Rechtzeitig reagieren, Karriere sichern

München, 23. Dezember 2011. Viele Arbeitnehmer nehmen schleichende Veränderungen am Arbeitsplatz erst wahr, wenn es zu spät ist. Doch wer zu lange verharrt, verbaut sich seine Karrierechancen. Fachleute bezeichnen diese Situation als Boiled Frog Syndrom.

Frösche reagieren in der Regel träge auf schleichende Temperaturveränderungen. Deswegen ist das Syndrom, welches für mangelnde Entscheidungsfähigkeit steht, nach dieser Tierart benannt. Bei langsamem Temperaturanstieg bleibt der Frosch im zunächst wohlig warmen Wasser sitzen. Er verpasst unbemerkt den Zeitpunkt, an dem ein Absprung noch möglich wäre und verbrüht.

Im Berufsleben ist diese Haltung der zögerlichen Entscheidung für die eigene Karriere leider häufig zu beobachten. "Speziell in Bereichen wie IT und Engineering veraltet das Fachwissen von Arbeitnehmern schnell, das Zeitfenster für den Absprung ist daher klein“, erläutert Martin Vesterling, Geschäftsführer der Vesterling Personalberatung. "Um die eigene Karriere voranzutreiben, ist es wichtig, neue Herausforderungen anzugehen und Möglichkeiten zum Absprung konsequent zu nutzen."

Es kann jeden treffen

Selbst auf oberen Führungsebenen ist das Boiled Frog Syndrom immer wieder anzutreffen. Mahnendes Beispiel ist hier das abrupte Karriereende vieler Manager. Denn auch wer den Job nebst fachlichen Qualifikationen auch durch ein gutes Beziehungsnetzwerk erreichen konnte, wägt sich oft in zu großer Sicherheit und verharrt zu lange.

Angst vor dem Unbekannten überwinden

Als Geschäftsführer einer international tätigen Personalberatung erlebt Martin Vesterling immer wieder die folgende Situation: Für viele Arbeitnehmer ist es unbequem, sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus auf eine neue Stelle zu bewerben. Man kennt das Umfeld und beherrscht die täglichen Abläufe, gleichzeitig scheut man das Unbekannte. "Selbst unzufriedene Arbeitnehmer ziehen es deshalb oft vor, in ihrem alten Job zu bleiben“, sagt Vesterling. Dabei bietet ein neues Umfeld viele Chancen.

Es lohnt sich immer, die eigenen Widerstände zu durchbrechen und gezielt nach einer Stelle zu suchen, die besser zu den eigenen Karrierezielen passt. Dabei kann es um ganz verschiedene Dinge gehen: Bei manchen Arbeitnehmern zählt vor allem der Erwerb zusätzlicher Fähigkeiten, bei anderen das Gehalt oder eine ausgewogene Work-Life-Balance. "Wer sich persönlich und finanziell weiterentwickeln will, muss den Selbstschutzmechanismus überwinden“, betont Vesterling. Andernfalls droht das Boiled Frog Syndrom. Der Arbeitnehmer bleibt in seinem alten Job gefangen, bis es zu spät ist. Schließlich endet er als "Frosch".

Das Boiled Frog Syndrom: eigene Widerstände müssen rechtzeitig überwunden werden, um die Karriere zielgerichtet voranzutreiben.